Tokkumma Barattoota Oromoo Biyyaa Jarmanii (TBOJ)

Union of Oromo Students in Germany (UOSG)

 

Berlin, den 09.05.2014

 

Im Namen aller Oromos und unserer Freunde in Deutschland und Europa schreiben wir diesen Appell, um gegen die aktuelle Massentötung von Oromo Studenten in Äthiopien zu protestieren

 

Wie man internationalen Nachrichtensendungen wie BBC und CNN in den letzten Tagen entnehmen konnte, wurden zahlreiche Studenten bei friedlichen Demonstrationen gegen die systematische Diskriminierung und Marginalisierung ihrer Volksgruppe von Sicherheitskräften der äthiopischen Regierung massakriert. Nach offiziellen Meldungen ist, allein in der Stadt Ambo, von etwa 50 Studenten die Rede, die während der friedlichen Demonstrationen von Sicherheitsbeamten überrascht und kaltblütig ermordet wurden.

 

Dutzende Hoch- und Oberschüler sind auch in verschieden anderen Regionen, wie Hara Mayaa, Robe, Naqamtee, Dire Dawa, Adamaa, Gedo, Dembi Dolo, Mada Walaabu, Aliboo etc. kaltblutig getötet worden. Die Sicherheitskräfte schreckten nicht einmal davor zurück, Eltern, bei dem Versuch, die Körper ihrer toten Kinder zu bergen, kaltblütig zu erschießen.

 

Außerdem wurden hunderte Oromos durch Schusswaffen der Sicherheitskräfte schwer verletzt. Andere Oromos wurden gezielt mit Schlagstöcken und anderen Waffen zu Tode geprügelt. Nun, da sich die Empörungen über das Massaker gegen Oromos über das ganze Land rasend schnell ausbreiten, versucht die Regierung, die Protestbewegung im Keim zu ersticken: Laut aktueller Berichterstattung sind sowohl Massenverhaftungen als auch Deportationen in Konzentrationslager die grausame Folge dieser Maßnahmen.

 

Es ist augenscheinlich, dass den Gefangenen dort Vergewaltigungen, Folter und Misshandlungen - bis hin zum Tod - drohen. Diese Verfahrensweise hat bereits eine lange Tradition in äthiopischen Gefängnissen und wurde dem TPLF/EPRDF Regime schon vor vielen Jahren durch diverse nichtstaatliche Organisationen wie Human Rights Watch bestätigt.

 

Die Kundgebung der Studenten war als friedlicher Protest gegen, sowie als Reaktion auf die zahlreichen Zwangsdeportationen von Oromos gedacht, bei denen hunderte Oromos ihrer Grundstücke und Häuser enteignet wurden, um die Hauptstatt Addis Abebba/ Finfinne auszudehnen.

 

Bei dem so genannten “Integrated Development Master Plan“, wie die Regierung die Massenenteignungen und Deportationen euphemistisch bezeichnet, sollen mehr als 36 benachbarte Städte der Region Oromia einverleibt werden. Vor dem Hintergrund, dass Äthiopien ein Vielvölkerstaat ist, bei dem die bevölkerungsreichste Gruppe, die Oromos, von den abessinischen Minderheiten politisch unterdrückt werden, liegt bei dem Expansionskurs der Regierung nahe, dass es nur sekundär um den infrastrukturellen Ausbau der Hauptstadt und primär um die weitere Marginalisierung und Vertreibung der Oromos geht. Ziel ist es, die kulturelle Identität der Oromos auszuradieren.

 

Die friedlichen Demonstrationen der Studenten in den letzten Tagen richteten sich gegen ebendiese Unterdrückungs- und Marginalisierungsmaßnahmen der Regierung. Laut Amnesty International verfolgt die äthiopische Regierung schon seit mehreren Jahren das Prinzip des “Land Grabbings“, bei dem Oromo Bauern in abgelegene trockene Regionen zwangsumgesiedelt werden, um die landwirtschaftlichen Nutzflächen an internationale Agrarinvestoren zu verkaufen.

 

Durch die Deportationen von Oromos verdient die Regierung nicht nur Geld durch Korruption und Landraub, sie entledigt sich gleichzeitig einer ganzen Volksgruppe, die 40% der Gesamtbevölkerung Äthiopiens ausmacht. Wenn nicht schnell etwas unternommen wird, um diese Maßnahmen zu unterbinden, wird das jüngste Massaker gegen Studenten erst der Anfang der Massenvernichtung von Oromos gewesen sein. Obwohl solche abscheulichen Gewalttaten durch das TPLF-Regime für die Oromos nicht neu sind, sind wir zutiefst schockiert und betrübt über den sinnlosen Verlust so vieler junger Studenten. Wir verurteilen das faschistische Handeln des TPFL-Regimes gegen friedliche und wehrlose Protestierende auf das Schärfste.

 

Stellvertretend für die leidenden Oromo in der Heimat, und da der diktatorische und totalitäre Charakter des Regimes zunehmend offenbar wurde,

 

  • Halten wir Ihre Regierung an, ihren Einfluss dazu zu verwenden, das TPLF-Regime von weiteren Massenmorden und versteckter Gewalt gegen Oromo-Studenten abzubringen;
  • Fordern wir eine unabhängige Untersuchungskommission, die das Massaker, die Masseninhaftierungen, Folterungen und Vergewaltigungen gegen Oromo-Studenten untersuchen soll;
  • Fordern wir die internationale Gemeinschaft ausdrücklich dazu auf, weitere finanzielle und materielle Hilfe an das äthiopische Regime einzustellen, welches Steuergelder dazu verwendet, seine Bürger zu töten.

 

Oromo Community in Deutschland

 

9.5.2014 Berlin

 

Baga Nagaan dhuftan! Welcome! Herzlich Willkommen!

Hiriira Nagayaa Hawaasoota Oromoo Biyyaa Jarmanii Milkiin geggeffame

Die Oromo Gemeinschaft in Deutschland Hielt eine Erfolgreiche Protest Demonstration